Wissenswertes in Vinkovci

In den 1970er und 1980er Jahren hatte Vinkovci den Status eines der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte Europas. Damals verließen Züge zum Teil im 4-Minuten-Rhythmus dem Bahnhof, täglich waren bis zu 360 Abfahrten zu verzeichnen – oder anders gesagt, wurden täglich bis zu 50.000 Passagiere in Vinkovci gezählt! In dieser „Goldenen Zeit der Eisenbahn“ war der Bahnhof auch ein zentraler Ort zum Ausgehen und Freundetreffen. Das Bahnhofsrestaurant war die ganze Nacht geöffnet und die Treppen, die heute noch zum Bahnhofsgebäude führen, wurden von Reisenden aus ganz Europa genutzt.

West- und Südosteuropa wurden hier durch die vielen internationalen Expresszüge verbunden, darunter auch der berühmte Orient-Express. In diesem fand dann auch irgendwo zwischen Vinkovci und Slavonski Brod ein mysteriöser Mord statt, den Agatha Christie in ihrem Roman beschreibt. Diese und viele weitere interessante Details aus der Geschichte der Eisenbahn in Vinkovci finden Sie in der Sammlung, die sich im Bahnhofsgebäude in Vinkovci befindet.

Die bekannteste Liebesgeschichte Vinkovcis ist die der „Schoktzen Romeo und Julia“ – Marija und Ivan Kozarac. Den weitläufig im dritten Grad Blutsverwandten, die an den Ufern des Bosuts in der Siedlung Krnjaš lebten, war die Liebe verwehrt; nicht nur wegen des entfernten Verwandtschaftsverhältnisses, sondern auch wegen Ivans Armut und seiner schweren unheilbaren Tuberkuloseerkrankung, woran er auch vorzeitig starb. Das bekannteste an Maria gewidmete Liebeslied „Milov’o sam garave i plave“ ist heute ein Klassiker der Volksmusik der Region und ein ewiges Zeugnis dieser unvollendeten Liebe.

Zu Ehren dieser Liebe wurde im Jahr 2016 am Ufer des Flusses Bosut in Krnjaš ein Denkmal für Marija und Ivan Kozarac errichtet, die auf einer Bank sitzen und Händchen halten, was während ihres Lebens unvorstellbar gewesen wäre. Maria heiratete den Unternehmer Guttman aus Vinkovci. Ihr Enkel lebt noch heute in Vinkovci und spricht von Maria als fleißige und religiöse Frau, die ein Foto von Ivan und einige seiner Manuskripte und Gedichte in ihrem Gebetbuch aufbewahrte.

Menü
Skip to content